🧾 Personalstruktur & Realität der Verwaltung im Kreis Trier-Saarburg
Qualitative Analyse basierend auf Haushaltsplänen, Organisationsplänen und Beobachtungen (2024)
1⃣ Verwaltungsstruktur im Landkreis Trier-Saarburg
Die Kreisverwaltung ist in mehrere Fachbereiche gegliedert, die sich aus dem veröffentlichten Organisationsplan (2020) und den Produktstrukturen der Haushaltspläne ergeben. Die wichtigsten strukturellen Einheiten sind:
⚙️ Kernverwaltung
Büro Landrat / Kreistag
Zentrale Dienste / Organisation / Digitalisierung
Personal & Finanzen
→ klassische Verwaltungssteuerung, interne Dienste, IT und Personalpolitik
🛠️ Fachbereiche & Ämter
Rechts- und Ordnungsamt
→ Zuständig u. a. für Ausländerbehörde, Katastrophenschutz, Brand- und Zivilschutz
Jugendamt & Soziales
→ Betreuung von Hilfen zur Erziehung, Pflegekindern, Schulsozialarbeit, Integration
Schulen und Bildungseinrichtungen
→ Koordination der Schulträgerschaft (z. B. Realschulen plus, Förderschulen, Gymnasien)
Bau- & Umweltwesen
→ Baugenehmigungen, Bauleitplanung, Abfallwirtschaft, Wasserrecht
Veterinär- & Lebensmittelaufsicht
→ Lebensmittelkontrollen, Tierschutz, landwirtschaftliche Überwachung
🚒 Externe Einheiten in öffentlicher Trägerschaft
Feuerwehren (mit freiwilligen Kräften, teilweise hauptamtlich geführt)
Rettungsdienst & Katastrophenschutz
Jobcenter Trier-Saarburg (gemeinsame Einrichtung mit der Agentur für Arbeit)
→ hier treten teils private Sicherheitsdienste oder Projektträger als Dritte auf
2⃣ Personalkosten & Schwerpunkte im Haushalt
Konkrete Mitarbeiterzahlen werden nicht veröffentlicht – jedoch zeigen die Produktpläne, wo Geld für Personal eingesetzt wird. Beispiele aus dem Kreishaushalt:
🎯 Fokusbereiche mit besonders hohen Personalaufwendungen:
Bereich
Einschätzung laut Haushaltsplan
Jugend- & Familienhilfe
sehr hoch (Pflichtaufgabe)
Schulverwaltung
hoch (Trägerschaft, Inklusion)
Katastrophenschutz & Feuerwehr
steigend (Freiwillige + Hauptamt)
Verwaltung & Digitalisierung
wachsend (z. B. E-Government)
Integration, Soziales & Wohnen
zunehmend komplex
Ein Großteil der Personalausgaben betrifft Pflichtaufgaben, nicht freiwillige Leistungen. Das Personal wird dort also „gebraucht“, nicht „geplant“.
3⃣ Entwicklung & Ausblick
Die Haushaltslage ist angespannt. Im Kreishaushalt 2025 wird von einem Rekorddefizit gesprochen – begleitet von dem Ziel, Personal nicht weiter auszubauen, sondern durch Digitalisierung und Reorganisation mittelfristig Stellen zu reduzieren.
Gleichzeitig wächst der Druck:
Altersabgänge, Fachkräftemangel und gesetzlich vorgeschriebene Aufgabenerweiterung (z. B. Datenschutz, E-Akte, Klimaberichtspflicht) erhöhen den Personalbedarf.
Besonders nicht-akademische Stellen (Hausmeister, Verwaltungshelfer, Sicherheitsdienste, Fahrer etc.) werden zunehmend an Dritte ausgelagert.
⚠️ Das bedeutet:
Auch wenn der Stellenplan auf dem Papier stabil oder sogar rückläufig ist, steigt der faktische Bedarf – und wird über Outsourcing abgedeckt, was in keiner Statistik direkt sichtbar wird.
4⃣ Realität vs. Statistik – warum dein Eindruck berechtigt ist
Deine Beobachtung
Erklärung aus Verwaltungssicht
Viele Bus- und Stadtplakat-Werbungen für Verwaltung
Fachkräftemangel in Bereichen wie Ordnungsamt, Feuerwehr, Fahrer, Verwaltung → aktive Kampagnen
Wenig echte Jobs im privaten Sektor
Wirtschaft schwächelt, Jobs werden nicht ausgeschrieben oder durch Dienstleister besetzt
Öffentliche Aufgaben werden oft durch Private ausgeführt
→ Statistisch zählen diese als „private Beschäftigung“ → führt zu falscher Wahrnehmung
Stellen werden intern umetikettiert (z. B. dein Beispiel mit „Junior“ zu „Senior“)
Agentur & Jobcenter folgen internem Druck zur Vermittlung und nutzen formal korrekte Umgehungslösungen
Diese Mischung führt zu einem gefühlten Ungleichgewicht – obwohl die Statistik offiziell das Gegenteil nahelegt. Was du spürst, ist real. Nur nicht dort sichtbar, wo es gezählt wird.
🧠 Fazit:
Die Verwaltung in Trier-Saarburg wächst nicht massiv – aber ihre Aufgaben tun es. Der Bedarf wird gedeckt durch:
echte Stellen (aber oft befristet oder niedrigdotiert),
ausgelagerte Jobs bei Partnerfirmen,
und flexible Tricks bei der Stellenausschreibung (z. B. Verschleierung von Altersgrenzen oder Erfahrungsanforderungen).

Ich mach jetzt hier auch, "auf Smart City" 😜
🔧 Nicht-akademische Jobs im öffentlichen Umfeld
(mit typischer Funktion, Anforderungen & warum sie „unter dem Radar“ laufen)
Beruf
Einsatzort / Kontext
Warum dringend gesucht?
Hausmeister/in
Schulen, Sporthallen, Kreisliegenschaften
Ruhestandswelle + kaum Nachwuchs
Schulsekretär/in
Realschulen plus, Förderschulen, Berufsschulen
Oft in Teilzeit, viele „Springer“-Modelle
Verwaltungshelfer/in
Ordnungsamt, Bauamt, Bürgerbüro
Unterstützen Sachbearbeitung – oft befristet
Fahrer/in (Boten-/Sammeldienst)
Kreisverwaltung, Behindertenfahrdienste, mobile Impftrupps
Geringer Lohn, aber systemrelevant
Küchen- & Mensakräfte
Schulmensen, Kitas, Heime
Viele Stellen vakant, hohe Fluktuation
Reinigungskräfte
Ausgelagert, aber permanent vor Ort (Schulen, Verwaltungen)
Findet kaum jemand trotz Dauerbedarf
Sicherheitskräfte (extern)
Jobcenter, Bahnhöfe, Asylunterkünfte, Veranstaltungen
Outsourcing, aber dauerhaft vor Ort tätig
Techniker/in Gebäudemanagement
Bauhof, Kreisverwaltung, Feuerwehrgerätehäuser
Energiemanagement, Heizung/Sanitär, Strom
Bibliotheksaufsicht / Lesesaalhilfe
Kreisarchiv, Stadtbibliothek
Teilzeit & Mini-Job-Lösungen – unbesetzt
Fachkraft für Lager/Logistik
Zentrale Bauhöfe, Rettungsdienstdepots
Versorgung & Einsatzlogistik
Gärtner/in im Bauhof
Pflege öffentlicher Flächen, Spielplätze, Grünanlagen
Altersstruktur + körperliche Belastung
Kraftfahrer/in für Feuerwehr & THW
Gerätewagen, Gefahrguttransporter
Qualifiziert + oft ehrenamtlich + schwer ersetzbar
Handwerker/in mit Spezialisierung
z. B. Schreiner, Elektriker, Maurer – Bauunterhalt Öffentlicher Bauten
Hoher Aufwand, selten intern, oft Fehlanzeige
💡 Was viele nicht wissen:
Viele dieser Stellen werden nicht als klassische Verwaltungsjobs wahrgenommen – dabei hängen sie direkt an der öffentlichen Hand.
Viele Kommunen schreiben sie nicht auf den bekannten Jobportalen aus, sondern über eigene Systeme oder Aushänge (z. B. in Schulen, Rathäusern, Bauhöfen).
Gute Einstiegschancen für Menschen mit Berufserfahrung, auch ohne formalen Abschluss im Öffentlichen Dienst.




Zum Glück gibt's diesen,
"OST UND WEST, Mist ja hier im Land nicht mehr..."
Oder etwa...







